Ritter ohne Furcht und Tadel
Wer wünscht es sich nicht – einmal als Ritter oder Burgfräulein einen Tag auf einer Burg zu verbringen?
Kinderaugen leuchten auf, bei dem Gedanken an blankgeputzte Rüstungen und krachende Schwerter und auch später, im Erwachsenenalter schlummert dieser Wunsch oft noch tief in uns verborgen.
Haben Sie nicht auch schon davon geträumt, als holde Maid im Burgverlies auf den nahenden Retter zu warten, der auf einem weißen Pferd mit wehendem Schweif und gezücktem Schwert daher galoppiert kommt?
Haben Sie sich nicht auch schon nach den mittelalterlichen Zeiten zurück gesehnt, als echte Männer ihren Twist noch im wahrsten Sinne des Wortes “ausfechten” konnten?
Doch wie sah das Leben eines Ritters tatsächlich aus? War das Leben auf der Burg wirklich so, wie wir es uns heutzutage vorstellen?
Zuerst einmal muss klar gesagt werden, dass der Ritter dem niederen Adel entsprang. Der Ritter war also ein bewaffneter Reiter, der die finanziellen Mittel hatte, eine Rüstung und auch die Waffen zu bezahlen. Natürlich war er dem jeweiligen König zur Treue verpflichtet, was mitunter auch bedeutete, in den Krieg zu ziehen. Diese Verpflichtung zur Königstreue stellt die erste, der oft zitierten “ritterlichen Tugenden” dar.
Ebenfalls war es die Pflicht des Ritters, sich in den christlichen Tugenden zu üben, was soviel bedeutet, wie den Kranken und Armen zu helfen und eben ein gottesfürchtiges Leben zu führen.
Auch gegenüber der Gesellschaft hatte der Ritter gewisse Verpflichtungen, wie die zuvorkommende Behandlung der Damen, oder ein stets maßvolles und besonnenes Verhalten in der Öffentlichkeit.
Auf der Burg fanden regelmäßig Turniere statt, die der Burgherr veranstaltete. Davon abgesehen war das Leben auf der Burg sicher nicht so romantisch, wie es uns so mancher Historien-Film vorgaukeln will. Die Burg war, bis auf einen einzigen Raum, die Kemenate, unbeheizt, also eisig kalt. Schlafen mussten die Ritter gemeinsam in den Werkkammern, auf Strohlagern. Nur wenigen, wohlhabenden Rittern war es tatsächlich gestattet, mit ihren Familien beim Burgherrn zu residieren.
Das Leben eines Ritters war also oft anstrengend und von Entbehrungen geprägt und selten so angenehm, wie wir uns das oft erträumen.